Die Suche nach Fabbing liefert immerhin 135.000 Treffer bei Google (Stand heute) aber was ist Fabbing eigentlich? Also Grundsätzlich kommt Fabbing von „fabrication“ also von Fertigung und bedeutet schicht Dinge her zu stellen. Darin sind sich auch eigentlich alle einig. Eine Definition darüber hinaus, ist schon schwieriger da der Begriff nicht immer synonym gebraucht wird. Darum hier eine Definition von Fabbing, so wie ich das sehe
„Fabbing ist die Herstellung von Dingen mit Hilfe digitaler Fertigungsverfahren, die nicht in Industrieunternehmen sondern durch Individuen oder kleine Arbeitsgruppen erfolgt.“
Was heißt das jetzt? Ein wichtiger Punkt ist, dass Fabbing nicht im Kontext von Industrieunternehmen zu sehen ist. Fabbing zeichnet sich dadurch aus, dass die Fertigung von Einzelnen oder kleinen Gruppen erfolgt, die eigene Ideen umsetzen. Lokale oder individuelle Bedürfnisse stehen dabei im Mittelpunkt. Fabbing ist somit Teil der Do It Yourself Kultur. Der zweite wichtige Punkt ist der von Einsatz digitalen Fertigungsverfahren, also von Verfahren, die digitale Entwürfe durch computergesteuerte Maschinen in Objekte umsetzte. Das bezieht sich auf CNC-Fräsen und –Laser ebenso wie auf generative Fertigungsverfahren (3D-Druck).
Demnach ist die wichtigste Vorraussetzung für Fabbing, dass digitale Produktionstechnologie und das entsprechenden Anwenderwissen, für Individuen und kleine Arbeitgruppen verfügbar ist. Die ultimative Vision der Fabbing Community ist der Personal Fabbricator, ein Gerät, dass im Stil heutiger Desktopdrucker komplexe funktionale Produkte mit Hilfe des heimischen PCs ausdrucken kann. Die jeweiligen Produktentwürfe würde man ähnlich wie heute mp3s online kaufen und downloaden. Klar ist, dass dies – wenn überhaupt – erst in einer mehr oder weniger fernen Zukunft realisierbar sein wird ist. Dennoch ist Fabbing heute keineswegs unmöglich, vielmehr entstehen weltweit zunehmend Orte, an denen digitale Produktionstechnologie im Stiel einer offenen Werkstatt verfügbar ist. Die Bandbreite reicht von vereinsgetriebenen Werkstätten, den so genannten Hackerspaces über nichtkommerzielle forschungsnahe Konzepte wie das Fab Lab Konzept, welches am MIT entstanden ist, bis hin zu kommerziellen Lösungen wie dem TechShop in den USA.